Ebereschen-Birnen-Gelee

Wildpflanze Eberesche

Ebereschenbeeren

EBERESCHEN-BIRNEN-GELEE

Zutaten
1 kg Ebereschenbeeren (Vogelbeeren)
• 1 kg reife Birnen
(’Williams‘ oder ’Conference‘)
• 4 EL Zitronensaft •
1 Vanilleschote
• 1 kg Gelierzucker 1:1
Zubereitung
Vogelbeeren waschen und gut abtropfen lassen und wenigstens
für eine Nacht einfrieren. Beeren sorgfältig von den Stielen pflücken. Birnen waschen, vierteln und mit Schale
und Kerngehäuse in Scheiben schneiden. Die Früchte mit dem Zitronensaft in ca. einer Stunde im geschlossenen Topf gut weichkochen. Ein großes Sieb mit einem feuchten Tuch auslegen und die Fruchtmasse hineinfüllen. Am besten über Nacht abtropfen lassen,
dann wird das Gelee schön klar. Alternativ das Tuch mit der Fruchtmasse auspressen, dann wird das Gelee etwas trüb.
1 Liter Fruchtsaft abmessen und mit ausgekratztem Vanillemark, Vanilleschote und Gelierzucker bei starker Hitze unter Rühren zum Kochen bringen. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und ständig weiterrühren, vom Herd nehmen und die Vanilleschote herausnehmen. Direkt in vorbereitete Schraubgläser füllen und fest verschließen.
Tipp:
Das Gelee passt besonders gut zu Leberpastete, Wild-Paté
und aromatischem Käse.
Tipp:
Normale Ebereschen verlieren ihre Bitterkeit erst nach
wenigstens drei Monaten im Gefrierschrank!

Ebereschen Beeren MarmeladeEbereschen Birnen Geleegesammelte Ebereschen BeerenINFORMATIONEN ZUR EBERESCHE von Celia Nentwig:

Eberesche, Vogelbeere, Rosengewächse
Sorbus aucuparia, Rosaceae

Hartnäckig hält sich die Mär, Vogelbeeren seien giftig. Die Beeren enthalten bitter schmeckende Parasorbinsäure, die dosisabhängig zu Magenproblemen führen kann, aber durch Frosteinwirkung, Trocknen und Kochen abgebaut wird. Zum Glück enthalten bestimmte Kultursorten, vor allem die Mährische Vogelbeere (Sorbus aucuparia var. moravica), deutlich weniger dieses Inhaltsstoffes. Deshalb suche ich nach Bäumen mit
größeren Beeren, die beim Probieren eher süß und weniger bitter schmecken.
Generell
Pflanze: bis 15 m, selten höher werdenden, strauchig oder als Baum wachsend. Blätter: bis 20 cm lang und 11 cm breit, wechselständig, unpaarig gefiedert mit 11 bis 19 länglichen, scharf gezähnten Fiederblättchen mit grüner Blattober- und graugrüner
behaarter -unterseite. Blüte: Mai bis Juni, 10 mm groß, weiß bis cremeweiß, bis zu 200 Einzelblüten in einer filzigbehaarten Schirmrispe. Früchte: August bis November, ca. 1 cm
im Durchmesser, kugelig, apfelähnlich, leuchten rot-orange.
Verbreitung: fast in ganz Europa vorkommend, besiedelt Brachflächen, Hecken, Wälder, Gärten.
Verwendung und Geschmack
Vogelbeeren enthalten viel Vitamin C, die wilden Sorten auch die bitter schmeckende Parasorbinsäure. Diese baut sich durch Frosteinwirkung ab, dafür legt man die Früchte für wenigstens drei Monate oder länger ins Gefrierfach – je länger sie eingefroren sind, um so milder werden sie. Besser ist es jedoch, wenn vorhanden, von kultivierten, wie der Mährischen Vogelbeere (Sorbus aucuparia var. moravica) zu ernten. Die Blüten mit ihrem
sauren, mandeligen Geschmack finden im Mai und Juni geerntet als Gewürz in Süßspeisen oder als Teeaufguss Verwendung.
Die sauer bitteren Früchte ab Herbst erstmal einfrieren. Später lassen sie sich zu köstlichem Mus, zu süßlichen Marmeladen bzw. Gelees oder pikanten Chutneys und Soßen verkochen.
Getrocknet bereichern sie Müslis, Brot, Kompott, Kuchen, Süßspeisen und dienen als Dekoration. Die Früchte sollten nicht in größeren Mengen roh verzehrt werden, dies kann zu Durchfall und Erbrechen führen – der herbe, gallebittere Geschmack hindert
in der Regel daran.
Sammelort und Erkennungsmerkmale
Die Eberesche ist recht anspruchslos und findet sich in Hecken, Parks, an Wegen, Waldrändern oder auf Lichtungen. Im Herbst bis in den Winter hinein verraten uns die leuchtend orangeroten, hängenden Fruchtstände die Standorte der Eberesche. Je
größer die einzelnen Beeren sind und umso weniger die einzelnen Fiederblätter gezähnt sind, umso eher ist es eine kultivierte Eberesche mit sauer-süßen Früchten. Vögel, besonders Amseln und Drosseln, schätzen die kleinen, apfelähnlichen Früchte als
Nahrung und verbreiten so ihre Samen, wie es der Name Vogelbeere schon vermuten lässt. Verwechseln kann man die einzelnen Arten nur untereinander, die jedoch alle verarbeitet werden können.
Wenn man erstmal den richtigen Baum gefunden hat, ist ein kleines Körbchen schnell gesammelt.
Im späten Frühjahr blüht die Eberesche weiß mit bis zu 15 cm breiten Schirmrispen.
Den meisten Menschen fällt der Baum durch seine schönen, leuchtenden,
orange-roten Früchte auf.
Aus dem Buch „Meine neuen Wildpflanzen-Rezepte“ von Celia Nentwig.

 

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29 Gedanken zu „Ebereschen-Birnen-Gelee

  1. guten morgen! 🙂 da habe ich was wertvolles gelernt. super. bisher dachte ich tatsächlich, dass sie giftig wäre. das gelee sieht wirklich köstlich aus.
    nachmachenswert.
    herziche grüße von kerstin

  2. Ich habe noch einige ergattern können, die Vögel haben sich dieses Jahr sehr schnell an die Beeren rangemacht. Es war auch kein Tragjahr wie letztes Jahr. Ich liebe diesen bitteren-herben Geschmack in Marmelade oder Chutney oder Sirup. Liebe Grüße .. Alexia

      • Ja hallo Reni, ich verwende die Beeren schon einige Jahre. Ich bin ja auch Kräuterpädagogin und habe die Vogelbeeren da kennen und sehr schätzen gelernt…. mmjamm…. ich mache einiges damit. Und auch Berberitzen sind so was von gut richtig schön sauer, heißen ja auch Sauerdorn! Da brauchen wir keine Goji usw…. aus Fremdlandien 😉

        Lieben Gruß Alexia

      • Liebe Alexia,
        oh, dann kennst du dich ja richtig gut aus! Toll, das ganze Wissen über Wildpflanzen! Ich lerne noch viel und es macht mir richtig Spaß, Neues kennen zu lernen. Mit Berberitzen hab ich noch nichts gemacht. Haben die so viele Vitamine wie die Goji? Heimisch ist generell besser, keine langen Wege etc. 😀
        LG, Reni

      • Liebe Reni,

        ja mir macht es auch sehr viel Spaß immer Neues auszuprobieren und in die Küche mit ein zu integrieren. Berberitzen enthalten sehr hohe Mengen an Vitamin C und zudem auch Fruchtsäuren, Carotinoide, Harze, Gerbstoffe, Mineralstoffe und schmecken sehr sauer. Aber du solltest nicht die Beeren der Ziersträucher mit z.B. roten Blättern verwenden, sondern nur die von der Wildform. Das Gelee ist superb, wenn man sauer gerne hat, so wie ich… 🙂
        Lieben Gruß Alexia

      • Danke dir für die tolle Information zur Berberitze.
        Nach wilden Beeren muss ich erst mal Ausschau halten. Ich habe tatsächlich nur Ziersträucher bisher gesehn. In der Stadt ist es gar nicht leicht was zu finden. Schon mal in einem Park oder in einem Wäldchen am Rhein……ich mag sauer auch gerne 😉
        Lustige Grüße
        Reni

  3. Die Eberesche ist mein Baum (keltisches Baumhoroskop) und glücklicherweise habe wir eine im Hof stehen. Es sind ja viel mehr die Büsche verbreitet als große Bäume, aber wir haben einen richtig großen Baum. So groß das ich nicht an die Beeren rankomme – also vielleicht wenn ich mir ne extra große Leiter besorge… aber die Beeren sind schon lange vergammelt oder von den Vögeln gefressen wurden. Und ich hatte auch das Gefühl das die Beeren sehr früh dran waren dieses Jahr. Also heißt es auf nächstes Jahr warten 🙂 würde mich schon sehr interessieren wie so ein Gelee schmeckt.

  4. Ich hatte es auch schon mal gehört, dass sie nicht giftig ist, aber so ganz traute ich der Sache nicht, jetzt bin ich schlauer und werde mal schauen, ob noch was an den Bäumen hängt, sonst muss ich bis nächstes Jahr warten. lg Marlies

    • Toll, dass du die Marmelade gemacht hast 😉
      Ja, das Bittere muss man mögen, aber ich liebe es auch, zumal ja Gemüsezüchter Bitterstoffe aus Gemüsen herauszüchten, dabei sind diese wichtig. Der Volksmund sagt: “Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund” 🙂
      Lieben Gruß, Reni
      …ich wünsch dir eine gute Woche!

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