Es ist Kornelkirschenzeit!

2013-33149-257011 KopieRezept, Texte und Bilder aus dem Buch „Meine neuen Wildpflanzen-Rezepte“ von Celia Nentwig, erschienen im Verlag BLOOM’s by Ulmer.

Kornelkirschen-Chutney

Mit dieser farblich intensiv roten Crème gebe ich kaltem Braten den fruchtigen Pfiff.
Passt aber auch anstelle der üblichen Preiselbeermarmelade zu gebratenem
Fleisch und besonders zu Wild.

Zutaten
1 kg Kornelkirschen • 500 ml Rotwein • Gelierzucker 1:1 • 1 EL frischen Ingwer, gerieben
• 1/2 TL Muskatblüte, gemahlen • 2 EL Orangenschale, ungespritzt • 2 EL Zitronenschale, ungespritzt

Zubereitung
Kornelkirschen in Rotwein aufkochen. Früchte etwas zerdrücken und durch ein Sieb streichen. Das Fruchtmus abwiegen und die gleiche Menge Gelierzucker dazugeben.
Mit Ingwer, Orangen- und Zitronenschale mischen, aufkochen und in heiß ausgespülte Gläser füllen. Oder sofort zu kurz gebratenem Fleisch mit Bohnen servieren.

Mein Tipp:
Natürliche lege ich mir für den Winter einen kleinen Vorrat an, dann hat man mit jedem Glas noch mal den Spätsommer auf der Zunge.

2013-33149-2569962013-33149-2570062013-33149-257007Geradezu als eine vergessene Wildfrucht nehme ich die Kornelkirsche
wahr. Selbst wenn sie in Parkanlagen oder Gärten als Zierstrauch gerne und häufig angepflanzt wird, ist die kulinarische Verwendung ihrer roten Früchte, den Kornelkirschen, geradezu unbekannt. Zu unrecht finde ich, denn für mich gehören die aromatischen, knallroten Früchte mit zu meinen Lieblingswildfrüchten.
Generell
Pflanze: bis 8 m groß werdender, winterharter Baum oder Strauch mit gegenständig verzweigten Ästen. Blätter: gegenständig, eiförmig-elliptisch, 4 bis 10 cm lang, oben glänzend, angedrückt behaart, hellgrün mit 3 bis 5 bogenförmig zur Spitze hin zulaufenden
Blattadern. Blüte: ca. 0,4 cm groß, gelb, mit vier Kronblättchen, stark duftend, im zeitigen Frühjahr von März bis April vor dem Laubaustrieb. Früchte: von August bis Oktober, olivenförmige, bis 2 cm große, ovale, hell- bis dunkelrote Steinfrüchte mit länglichem Stein. Verbreitung: halbwild in Süd- und Mitteleuropa, z. T. gepflanzt in Parks, Gärten, als Heckenstrauch in der Straßenbegrünung.
Verwendung und Geschmack
Die zuerst hellroten, später dunkelroten und bei voller Reife leicht mürbe werdenden Früchte sind roh ein köstlicher Genuss und ein Vitamin C-Lieferant ohnegleichen. Ihr Geschmack ist säuerlich-süß bis johannisbeerartig mit leichter Marzipan- bis
Himbeernote. Aus den vollreifen Früchten lässt sich hervorragend Fruchtsaft, Fruchtmus, Kompott oder Marmelade herstellen, auch roh sind sie dann eine Spezialität und geben Kuchen eine fruchtige Komponente. Mit den festeren Früchten setzt man einen Likör auf oder legt sie in eine Salzlake ein und wandelt sie zu sogenannten „Oliven“ – einem pikanten Snack. Die Blüten mit ihrem zarten, süßlichen Aroma bereichern im März
bis April frühlingshafte Kräutertees.
Sammelort und Erkennungsmerkmale
Dieser dekorative wie ausgesprochen nützliche Strauch findet sich in unseren Breiten an vielen Stellen. Vor allem im halbkultivierten Garten- und Landschaftsbau ist er ein beliebtes da widerstandsfähiges und anspruchsloses Ziergehölz mit sehr hartem Holz und daher langsamem Wachstum. Im Frühling gehört er zu den ersten gelbblühenden Sträuchern, dann sollte man sich seinen Standort merken, damit man ihn im Herbst zum Ernten
der Früchte wiederfindet. Verwechseln kann man die Kornelkirsche im noch nicht fruchtenden Stadium mit seinem Verwandten, dem Roten Hartriegel (Cornus sanguinea). Er hat jedoch sehr kleine und schwarze Früchte, die giftig sind, so dass im
Fruchtstadium eine Verwechslung nahezu ausgeschlossen ist.
Im frühen Frühjahr zeigen sich als erstes die kleinen hellgelben Blüten des Kornel-Hartriegels am noch unbelaubten Holz. Jetzt sollte man sich die Standorte merken.
Die roten Kirschen sitzen meist unter den Blättern, so dass sie nicht so leicht
aus der Ferne auszumachen sind.
Glücklich, wer einen guten Sammelstandort gefunden hat und ein Körbchen voller Kornelkirschen nach Hause tragen kann.
Einen herrlichen Anblick stellen die leuchtend roten Beeren bei ausgewachsenen
Bäumen vor dem noch grünen Herbstlaub des Hartriegelstrauches dar.

Kornelkirschen werden auch Herlitze, Dürlitze, Hirlnuss und in Österreich „Dirndl“ genannt.

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3 Gedanken zu „Es ist Kornelkirschenzeit!

  1. Die kannte ich bis vor kurzem gar nicht und wusste nicht, dass sie essbar ist, in Berlin sah ich sie und meine Freundin hatte Angst, dass sie giftig ist, aber nun werde ich sie mir noch einmal im Pflanzenbuch gut anschauen, dann kann ich sie auch pflücken.
    lgg Marlies

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